Jesus Vol. 5: Heiliger Geist
JESUS VOL. 5: HEILIGER GEIST
Predigt vom 27.05.2007, Burkhard Senf
Pfingssonntag
Einleitung
„Frohe Pfingsten!“ ruft der Nachbar dem anderen zu und denkt an 3 freie Tage am Stück – diesmal leider eher verregnete Tage.
Weniger als die Hälfte der Deutschen wissen übrigens, was an Pfingsten eigentlich geschehen ist. „Ja, was feiern sie denn“ titelte gestern das Abendblatt.
Und wer die Antwort: „Die Ausgießung des Heiligen Geistes“ kennt, der versteht wohl auch nicht immer, was da auf wen ausgegossen wurde.
Man kann sagen, es gibt bei uns in der westlichen Christenheit eine Geistvergessenheit.
Auch wenn wir das Heilig Geist Feld in Hamburg haben oder manche Heiliggeistkirche, vom Heiligen Geist hört man selten in unseren Kirchen. Habt Ihr schon einmal von pfingstlerischen oder charismatischen Christen gehört?
Die Charismatiker nennen sich nach den Charismen – den Gaben des Heiligen Geistes und die Pfingstler nennen sich nach dem Pfingstwunder.
Es gibt weltweit über 500 Millionen dieser Christen (etwa jeder 4. Christ), die besonders das Wirken des Heiligen Geistes betonen.
Sie leben ihren Glauben sehr emotional.
Sie sehnen sich nach dem Wirken des Geistes.
Sie sind offen für Eingebungen des Heiligen Geistes, für Träume von Gott, sie beten um Heilung – um übernatürliche Heilung aus der Kraft des Heiligen Geistes.
Und manche können auch in einer fremden Gebetssprache beten – der sogenannten Zungenrede.
Für mich war das immer eine Anfrage und Herausforderung an mein Christsein, wenn ich von solchen Christen hörte oder ihnen begegnet bin. Ich dachte dann immer: Gibt es mehr???
Um das zu ergründen sehen wir am besten auf Jesus.
Darum heißt unser Thema auch „Jesus Vol. 5- Heiliger Geist“ –
Wir wollen an Pfingsten fragen, was hat Jesus über den Heiligen Geist gesagt?
In Apg 1,8 sagt Jesus z.B. zu seinen Jüngern:
Ihr werdet den Heiligen Geist empfangen
und durch seine Kraft meine Zeugen sein
in Jerusalem und Judäa, in Samarien
und auf der ganzen Erde.“
Und kurze Zeit später geschah genau dies:
In Apg 2 ist das sog. Pfingstereignis nachzulesen:
Die Jünger waren zum Gebet versammelt – sie haben um den Heiligen Geist gebetet und mit einem Mal kam ein starker Wind auf und es erschienen ihnen Feuerzungen, die sich auf sie setzten und sie sprachen in fremden Sprachen, die die umstehenden Menschen verstanden.
Und dann hält Petrus eine gewaltige Pfingstpredigt und durch diese eine Predigt wurden 3000 Menschen Christen – für mich übrigens ein mindestens ebenso großes Wunder wie die Geschichte mit den fremden Sprachen.
Hier in der Apostelgeschichte begegnet der Heilige Geist als eine dynamische Kraft.
Es gibt viele Beispiele im Buch der Apostelgeschichte für das Wirken des Heiligen Geistes:
Heilungen
Wunder
Christen, die den Mut zum Bekenntnis zu Jesus haben, obwohl sie mit ihrer Gefangennahme und zum Teil mit dem Tod rechnen mussten: „Wir können es nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apostelgeschichte 4,20)
Der Heilige Geist ist also die Kraft Gottes.
Eine gewaltige und geheimnisvolle Kraft.
Geheimnisvoll und nicht genau einzukalkulieren.
Es gibt ja Dinge im Leben, die wir voraussehen, kontrollieren und in eine Schublade stecken können. Man kann diese Dinge unter Kontrolle halten.
Der Heilige Geist gehört definitiv nicht zu diesen Dingen.
Jesus bestätigt dies in Johannes 3 im Gespräch mit Nikodemus:
„Der Heilige Geist weht, wo er will.“
Du spürst ihn zwar, aber du kannst nicht erklären, woher er kommt und wohin er geht.
Du kannst ihn nicht vorherbestimmen. Du kannst ihn nicht kontrollieren.
Ich stelle das auch immer wieder in der Gemeinde fest:
Predigten unter viel Gebet und Anstrengung > nicht viel sichtbare Reaktion
Kurze Vorbereitung, knappes Gebet > Gott spricht Menschen ins Herz.
Manche von Euch werden das auch kennen, wenn ihr eine Andacht vorbereitet oder ein Gruppentreffen plant.
Man arbeitet und betet und strengt sich sehr an und es wird dann aus irgendeinem Grund einfach ein vollkommener Reinfall oder zumindest ein eher belangloser Abend.
Und dann ein anderes Mal hast du dich ganz ehrlich kaum auf das Treffen vorbereitet, und vielleicht hast du auch keine Lust zu diesem Abend.
Du hast an diesem Tag eigentlich an Gott vorbei gelebt und doch segnet Gott das Treffen durch das Wirken seines Geistes.
Diese Erfahrungen zeigen: Wir können den Geist Gottes nicht kontrollieren, aber wir können und sollen offen sein für sein Wirken.
Ich glaube übrigens, dass wir das Wirken des Heiligen Geistes öfter erleben als uns bewusst ist.
[Beispiele aus Apostel:]
Wenn z.B. ehrenamtliche Mitarbeiter trotz frustrierender Erfahrungen und viel Arbeit weiter mitmachen und sich ganz für die Sache Gottes einsetzen – das ist ein Zeichen des Heiligen Geistes
Oder glänzende Augen nach einem Gebet oder einer Segnung – das ist ein Zeichen des Heiligen Geistes
Wenn jemand im Herzen angerührt wurde durch einen Gottesdienst – das ist ein Zeichen des Heiligen Geistes
Wenn jemand innere oder äußere Heilung erfährt – das ist ein Zeichen des Heiligen Geistes
Der Heilige Geist ist also eine Kraft, die wir erleben können.
Und er ist noch mehr als eine Kraft, sagt die Bibel.
Er ist eine Person.
Das Neue Testament sagt, Vater, Sohn und Heiliger Geist sind drei Wirkweisen, drei Offenbarungen, drei Dimensionen des einen Gottes.
Der Heilige Geist ist also auch eine Person, so wie Jesus eine Person ist und so wie der Vater im Himmel eine Person ist. Drei Personen – aber nur ein Gott. Darum können wir – auch, wenn es für uns ungewohnt ist – zum Heiligen Geist beten und beten damit den einen Gott an.
Das nennen wir das Geheimnis der Dreieinigkeit – auf lat. Trinität.
Ich nehme an, dass viele von uns ein ziemlich klares Bild von Gott, dem Vater haben.
Seine Macht und seine Güte stehen außer Frage.
Darüber hinaus sind sich viele ziemlich sicher, was Gott, den Sohn, angeht. Viele haben ein relativ gut entwickeltes Bild von Jesus.
Aber der Heilige Geist bleibt oft vage und verschwommen.
Damit das nicht so bleibt, war Jesus gegenüber seinen Jüngern ganz und gar nicht vage und verschwommen.
Jesus hat seine Jünger sehr intensiv auf die Pfingst-Erfahrung vorbereitet und ihnen vom Heiligen Geist erzählt.
Die sogenannten Abschiedsreden von Jesus im Johannesevangeliums (Kapitel 14-16) kreisen immer wieder um dieses Thema.
Jesus sagt darin unter anderem zu seinen Jüngern folgendes:
„Wenn ich fortgehe, dann werde ich den Heiligen Geist als Helfer und Tröster zu euch senden und er wird meine Stelle einnehmen.
Wenn er kommt, wird er gegen die Welt auftreten.
Er wird den Menschen zeigen, was Sünde ist und was Gerechtigkeit und was Gericht.
Die Sünde besteht darin, dass sie mich ablehnen.
Die Gerechtigkeit besteht darin, dass Gott mir Recht gibt;
denn ich gehe zum Vater und ihr werdet mich nicht mehr sehen.
Das Gericht aber besteht darin, dass der Herrscher dieser Welt schon verurteilt ist.
Ich hätte euch noch vieles zu sagen, doch das würde euch jetzt überfordern.
Aber wenn der Helfer kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch anleiten, in der vollen Wahrheit zu leben.
Was er euch sagen wird, hat er nicht von sich selbst, sondern er wird euch nur sagen, was er hört.
Er wird euch jeweils vorbereiten auf das, was auf euch zukommt.
Er wird meine Herrlichkeit sichtbar machen;
denn was er an euch weitergibt, hat er von mir.
Alles, was der Vater hat, gehört auch mir.“
In der Vorbereitungsgruppe haben wir uns die Frage gestellt:
Wie erlebe ich eigentlich den Heiligen Geist?
Wir stellten schließlich fest, dass eigentlich alle Glaubenserlebnisse auch Erfahrungen mit dem Heiligen Geist sind – wir sie aber selten so nennen.
Und wir stellten fest, dass wir mit dem Heiligen Geist besonders emotionale Erfahrungen verbinden.
Ob Jesus das auch so sieht?
In dem was Jesus seinen Jüngern sagt, habe ich 3 besonders wichtige Aufgaben des Heiligen Geistes entdeckt:
Das erste, das Jesus sagt, klingt in der Tat sehr emotional:
1. Der Heilige Geist deckt die Sünde auf
Der Heilige Geist öffnet den Menschen die Augen für ihre „Sünde".
Eine der wichtigsten Fragen im Leben heißt für mich:
„Wie werde ich eigentlich Christ?"
Und die biblische Antwort darauf lautet: „Durch Umkehr!“
Ü Da war auch die Botschaft von Jesus:
„Tut Buße oder: kehrt um und glaubt an das Evangelium!“
In der Bibel wird für solch eine Umkehr zu Gott der Begriff „Bekehrung“ gebraucht.
Dieser Begriff beschreibt die Tatsache, dass ein Mensch eine Lebenswende vollzieht.
Der Mensch bekehrt sich von einem überwiegend selbstzentrierten Leben zu einem auf Jesus Christus ausgerichteten Leben.
Bei dem einen passiert das Knall auf Fall.
Neulich sagte gerade jemand aus unserer Gemeinde: Nach einem Gottesdienst wusste ich plötzlich Bescheid! Ich war Christ geworden.
Das klassische Beispiel in der Bibel ist Paulus vor Damaskus.
Er hat eine Christusoffenbarung, fällt geblendet vom Pferd und bekehrt sich.
Eben noch war er ein hasserfüllter Christenverfolger, jetzt ein Jesusanhänger.
Die geradezu klassische Bekehrung nach Modell A.
Sehr viel häufiger aber ist Modell B: Ein Mensch bekehrt sich nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt ändert sich sein Leben und richtet sich mehr und mehr auf Jesus Christus aus.
Wie so eine Waagschale, wo ein Steinchen nach dem anderen drauf gelegt wird, und sie senkt sich mehr und mehr.
Und jetzt kommt noch ein Steinchen, und es ist gar nicht viel passiert, aber die Waage ist gekippt.
Über 70% aller Christen würden sagen:
„So bin ich zum Glauben gekommen: Ich könnte kein Bekehrungsdatum nennen. Aber irgendwann einmal habe ich festgestellt, dass die ‚Waage gekippt‘ ist. Und dass ich eigentlich schon längst glaube."
So war das auch bei mir persönlich als ich 18 Jahre alt war.
Ich bin nicht „auf dem Absatz" umgekehrt, wie Paulus, sondern ich habe eher einen weiten Bogen geschlagen. Aber ich bin umgekehrt und habe mein Leben nach und nach auf Gott und Jesus ausgerichtet, und das war es vorher nicht.
Und Jesus sagt: Wo so etwas geschieht, da wirkt der Heilige Geist.
Der Heilige Geist deckt die Sünde auf.
Und ein Leben, das nicht auf Gott und auf Christus ausgerichtet ist, das nennt die Bibel ‚Sünde‘.
Ohne den Heiligen Geist wäre ich sicher nicht hier – ich würde vielleicht in einer Bank Geld verdienen und weiter viel Sport treiben, aber nicht mein Leben in den Dienst Gottes stellen.
Der Heilige Geist öffnet den Menschen dafür die Augen, dass sie das überhaupt brauchen: Umkehr, Bekehrung, eine Neuausrichtung.
Diesen Willen zur Umkehr können wir nicht machen, nicht kontrollieren, wir können Menschen nicht überreden, Christen zu werden.
Sondern wo immer ein Mensch erkennt, dass er umkehren muss und sich Gott anvertraut, hat der Heilige Geist gewirkt.
Und diese Umkehr zu Gott brauchen wir auch nicht nur einmal im Leben, sondern immer wieder.
Wenn wir es einmal getan haben, dann lässt uns Gott nicht mehr los, aber wir können uns doch ziemlich weit von ihm entfernen.
Auch als Christ habe ich manches in meinem Leben, das da nicht hingehört und mich von Gott trennt.
In mir sind giftige Gedanken, die einfach raus müssen.
Ich habe Verhaltensweisen, die andere Menschen herabsetzen und entwürdigen.
Ich trage Ängste in mir, die mich lähmen und mich hindern, meinen Glauben ganz konsequent zu leben.
Ihr könnt ja mal überlegen, was es bei Euch ist, was Euch von Gott trennt.
Verbringt doch heute oder morgen ein wenig Zeit im Gebet und lasst Euch vom Geist Gottes zeigen, wo ihr umkehren müsst, was ihr ablegen müsst.
Denn das ist die erste Hauptaufgabe des Heiligen Geistes. Er deckt die Sünde auf und das zweite, das Jesus sagt ist:
2. Der Heilige Geist führt in alle Wahrheit
Der Heilige Geist will uns in unserem Leben als Christen führen und leiten. Er will uns lehren, ein Leben in der Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen zu führen.
Er will uns nicht nur intellektuell die Wahrheit zeigen, dass wir die Bibel besser verstehen,
sondern er will uns an die Hand nehmen und Schritt für Schritt dahin führen, wo Jesus uns eigentlich gerne haben möchte.
In der Bibel kann man sehr schön nachlesen, wie der Geist Menschen geführt und verwandelt hat.
Der Geist führte zB damals wie heute reiche Menschen dahin, dass sie fähig werden, zu teilen und loszulassen von dem, was sie bisher so ängstlich festhielten.
Der Geist macht Menschen, die bisher sich selbst der Nächste waren gemeinde- und gemeinschaftsfähig und lässt sie in der Gemeinde lernen, was Liebe eigentlich bedeutet.
Und der Geist zeigt jedem Menschen seine Lebensaufgabe und befähigt ihn, diese Aufgabe auch zu erfüllen.
Er befähigt ihn mit Gaben, aus denen sich auch immer neue Aufgaben ergeben.
Der Geist macht aus schweigenden Menschen, Christen, die sich zu Jesus bekennen und die anfangen, andere Menschen auf Jesus, hinzuweisen.
Besuchende: Jesus zu seinen Jüngern: Der Heiliger Geist wird euch lehren, was ihr sagen sollt (Mk 13,11)
das habe ich schon manchmal erlebt…, dass ich plötzlich das richtige Wort zur richtigen Zeit hatte.
Vielleicht habt ihr es auch schon einmal umgekehrt erlebt, dass jemand genau das sagte, was in mein Leben passt.
Ich habe das mal in einer Predigt erlebt – da dachte ich, wer hat den Pastor gebrieft? Er redet von mir!
Der Heilige Geist will uns in alle Wahrheit führen und uns in der NACHFOLGE Jesu leiten.
Wir müssen und können den Glaubensweg nicht aus eigener Kraft heraus gehen. Wo wir es tun, werden wir kläglich scheitern.
Das Geheimnis eines christlichen Lebens ist: Es ist ein vom Heiligen Geist geleitetes Leben.
Christsein besteht deshalb ganz stark aus dem Hören darauf, wohin der Geist einen leiten will.
Darum ist so etwas wie die „Stille Zeit mit Gott" am Morgen oder Abend so wichtig, wo man sich einfach nur Zeit nimmt, in der Bibel zu lesen, zu beten und auf die Stimme Gottes zu hören.
Oft lassen wir im Gebet Gott aber gar nicht zu Wort kommen.
Wir beten, bitten und beten, sagen dann „Amen“ und gehen weiter.
Dabei will der Heilige Geist durch Worte der Bibel, durch Predigten, Gespräche oder auch spezielle Eingebungen zu uns sprechen.
Ich möchte Euch einladen, in den nächsten Wochen doch auch mal das Hören auf Gott zu üben.
Betet z.B. einmal weitestgehend ohne Worte. Oder lest die Bibel hörend, indem ihr sie in Euer Leben hinein sprechen lasst. Ich bin mir sicher, dass wir dann nach und nach Gottes Leitung spüren werden.
Gottes Leitung spüren.
Aber wie leitet mich der Heilige Geist denn konkret?
Jemand äußerte einmal die Befürchtung, dass der Heilige Geist dann Besitz von mir nimmt und ich die Kontrolle verliere, wenn ich mich ihm öffne und auf ihn höre.
Biblisch ist aber genau das Gegenteil:
Der Heilige Geist tut nichts gegen unseren Willen.
Der Geist ist den Propheten Untertan, sagt Paulus.
Aber trotzdem hat es auch etwas von Kontrollverlust, wenn ich meinen Glauben lebe und ernsthaft bete: „Herr, Dein Wille geschehe“ oder „erfülle mich mit deinem Heiligen Geist“
– dann muss sich einiges ändern in meinem Leben.
Dann bin ich mit manchen „Freunden“ vielleicht nicht mehr zusammen.
Dann bin ich vielleicht derjenige, der STOP sagt oder geht, wenn mal wieder gelästert wird.
Wenn ich mich durch den Heiligen Geist verändern lasse, wird mein Leben immer mehr von der Liebe Jesu geprägt.
Das ist die „Frucht“ des Heiligen Geist, sagt Paulus (Gal 5,22).
Kennt jemand von Euch eigentlich schwierige Menschen?
Menschen, die du gerne ändern möchtest?
Wenn du sie das nächste Mal siehst, dann bete doch einmal um Liebe aus Gottes Geist, zB so:
„Lieber Vater, ich möchte dir meine negativen Gedanken und meine giftigen Emotionen geben.
Ich bringe dir mein Verlangen, diese Person zu meiden, oder auch die Angst vor dieser Person – ich bringe dir meinen Neid, meine Vorurteile, meine Antipathie, meinen Liebesmangel.
Gott, füll mich neu mit deiner Liebe – mit deiner Liebe für gefallene Sünder wie mich und diese aus meiner Sicht schwierige Person.“
Kein leichtes Gebet, aber eines, was Gott sicher erhört und die Kraft seines Geistes frei setzt.
Und dieser Liebe-Lern-Prozess in der Nachfolge Jesu ist niemals abgeschlossen. Darum sagt Paulus im Galaterbrief (6,18):
Lasst Euch (immer wieder) mit dem Heiligen Geist erfüllen.
Dann wird Euch der Heilige Geist die Augen öffnen für Eure Sünde und er wird euch in alle Wahrheit führen.
Und das dritte, dass Jesus sagt ist:
3. Der Heilige Geist verherrlicht Jesus
Der Heilige Geist führt uns Jesus vor Augen und macht ihn groß.
Ich habe ja vorhin gesagt, dass wenn ein Mensch Christ wird, die eigentliche Änderung darin besteht, dass er sein Leben mehr und mehr auf Jesus Christus ausrichtet. Dass sein Denken und Handeln mehr und mehr auf Christus zielt.
Da muss ein Mensch erst einmal von Jesus wissen.
Darum ist die Bekehrung, von der die Bibel redet, nicht in erster Linie eine moralische oder dogmatische Umkehr.
Die Bekehrung, von der die Bibel redet, ist eine Hinwendung zu einer lebendigen und gegenwärtigen Person: eben zu Jesus.
Und dass mir das klar wird, dass mir Jesus lieb und wichtig wird, dass ich Jesus nicht nur als eine historische Figur, sondern als eine lebendige Realität erfahre, das bewirkt der Heilige Geist.
„Er wird mich verherrlichen", sagt Jesus.
Was heißt das genau, „Er wird mich verherrlichen“?
Wo immer ein Mensch sagen kann: „Jesus ist für mich herrlich, er ist mein Herr, ich liebe ihn", da hat der Heilige Geist sein Werk getan.
Paulus sagt in 1. Kor 12,3: Niemand kann Jesus seinen Herrn nennen außer durch den Heiligen Geist.
Zweifellos haben viele Menschen positive Worte für Jesus übrig:
Sie loben ihn als eine der großen Gestalten der Weltgeschichte, sie weisen hin auf seine vorbildliche Lebenspraxis und seine großartigen Lehren. Aber wenn man genau hinschaut, loben sie ihn weg.
Sie loben eine Lehre, die sie nicht zur Kenntnis nehmen.
Sie loben ihn, aber sie glauben nicht an ihn, sie lassen ihn nicht als Ruf Gottes an sich selbst gelten, sie lassen sich von Jesus nicht herausrufen aus ihrem bisherigen Leben.
Sie nennen sich vielleicht sogar Christen, aber sie lassen sich von Christus weder prägen noch verändern, und darum lieben sie ihn letztlich auch nicht.
Jesus sagt, das sei eigentlich die Sünde schlechthin:
nicht an ihn zu glauben, ihn abzulehnen, ihn lediglich einen guten Mann sein zu lassen.
Wir sollen ihn aber gerade nicht einen guten Mann sein lassen, sondern ihn in unser Leben aufnehmen!
Darum sind das im Grunde zwei Seiten der gleichen Medaille:
dass der Geist uns von unserer Sünde überführt
und dass er uns Jesus lieb und teuer macht.
Er wird mich verherrlichen – daran kann man den Heiligen Geist erkennen.
Wo Menschen verherrlicht werden oder andere Kräfte angebetet werden, da wirkt der Heilige Geist nicht.
Der Heilige Geist weist immer auf Jesus – dadurch können wir auch die Geister unterscheiden.
Ich fasse noch mal zusammen:
Der Heilige Geist will uns immer wieder zur Umkehr rufen.
Er will uns leiten und in die Wahrheit führen.
Und der Heilige Geist will Jesus groß machen in unserem Leben.
Zum Schluss noch ein Tipp für den Alltag,
wie man auf das Wirken des Geistes achten kann:
Halte doch ab und zu mal inne und sprich ein Gebet wie dieses:
“Gott, ich mache jetzt eine Pause, um deine Führung, Inspiration und Motivation zu empfangen. Arbeite mit deinem Geist an mir. Schenk mir Liebe zu dir und den Menschen.“
Und wenn Du im Laufe des morgigen Tages oder übermorgen, oder irgendwann nächste Woche einem schwierigen Menschen begegnen wirst, dann denk nur 5 Sekunden an diesen Geist der Liebe.
Diese 5 Sekunden können Dein Leben verändern, denn damit öffnen wir uns dem Wirken des Heiligen Geistes – dann sind wir nah dran an dem, was „frohe Pfingsten!“ eigentlich meint. Amen.