«Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke?» fragte die Tannenmeise die Wildtaube an einem schönen Wintertag. «Nicht mehr als nichts!» gab die Taube zur Antwort. «Dann muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen», sagte die Meise.
«Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing. Nicht etwa heftig mit Sturmgebraus, nein, lautlos und ohne Schwere, wie im Traum. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und Nadeln meines Astes fielen und darauf hängenblieben. Genau dreimillionensiebenhunderteinundvierzigtausendneunhundertzweiundfünfzig waren es. Als die dreimillionensiebenhunderteinundvierzigtausendneunhundertdreiundfünfzigste Flocke niederfiel - nicht mehr als nichts, wie du sagst -, brach der Ast ab!» Damit flog sie davon. Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage, sagte zu sich nach kurzem Nachdenken: «Vielleicht fehlt nur die Stimme eines einzigen Menschen zum Frieden in der Welt!»
Zu schön, um wahr zu sein? Dann lies weiter:
Es gab Mutige, die sich in einer Kirche in Leipzig getroffen haben. Als es mehr wurden, gingen sie jeden Montag auf die Straße. Am Ende waren es sehr viele. Und es passierte, was vorher niemand vermutet hatte: Die Mauer fiel auf friedliche Weise.
Es gab eine mutige junge Schwedin, die alleine friedlich gestreikt hat, um auf Klimaschutz aufmerksam zu machen. Daraus entstand eine weltweite Bewegung und das Thema rutschte auf der politischen Agenda nach oben (zumindest für eine Weile...).
Es gab Mutige, die auf vegetarische Ernährung umgestellt haben, um Massentierhaltung zu verhindern. Inzwischen gibt es eine zunehmende Kennzeichnung bei Lebensmitteln und der Markt für vegetarische und vegane Produkte steigt rasant.
Wir können nicht den Frieden in der Welt schaffen. Aber wir können in unserem persönlichen Umfeld anfangen, bei Konflikten konstruktive Lösungen zu finden, die Frieden bringen. Wir können unsere Verantwortung für eine friedliche Gesellschaft wahrnehmen. Und wir können für Frieden in der Welt beten. Vielleicht ist das nicht mehr als Nichts. Vielleicht aber auch der eine kleine Schritt, auf den es ankommt.
Übrigens: Bei Gott sind wir nicht nur einer von Milliarden Menschen, nicht mehr als ein Nichts. Gott kennt uns beim Namen und liebt jeden Menschen ganz persönlich. Jede:r Einzelne ist wertvoll und geliebt! DU zählst!
Kommt gut und sicher durch den Schnee! Gottes Segen im neuen Jahr wünscht euch Rena Lewitz